Projekt "Kalendertöne"

Projekt "Kalendertöne" mit der Klasse 3a

Ein Kalender zum Sehen und Hören, das verbirgt sich hinter dem Projekt "Kalendertöne" des  Netzwerks Leseförderung München: Dies ist einerseits ein gedruckter Kalender, derr an der Wand hängt und für jeden Monat ein passendes Bild zeigt. Und andererseits ist es eine CD, die dazugehörige Hörerlebnisse bereit hält. Sechs Münchner Schulklassen der Jahrgangsstufen drei bis sechs produzierten gemeinsam mit Vorleserinnen und Vorlesern der "Lesefüchse e.V.", Mitarbeitern vom Bayerischen Rundfunk und Bibliothekarinnen eine Hörgeschichte und gestalteten einen Monatskalender. Von der Implerschule machte die Klasse 3a mit ihrem Klassenlehrer Herrn Scholz mit.

Das Projekt „Kalendertöne“ wird von der Münchner Stadtbibliothek, der Stiftung Zuhören, Bayern liest e.V. und Lesefüchse e.V., alles Partner im Netzwerk Leseförderung München, durchgeführt. Die Vorauswahl der Geschichten trafen die Partner gemeinsam. In ihrem Klassenraum experimentierten die Schüler und Schülerinnen mit den vorausgewählten Geschichten und bereiteten ein Manuskript für die Audioaufnahme vor. Parallel wurden im Kunstunterricht passende Bilder für den Kalender gezeichnet. Im März gab es dann einen Aufnahmetermin im Tonstudio des Bayerischen Rundfunks. Die Präsentation des gedruckten Kalenders ist für Juli geplant.

Abschlussbericht zum Projekt Kalendertöne 2016

Ein Projekt der Klasse 3a der Grundschule an der Implerstraße mit tatkräftiger Unterstützung von Frau Schäpers von der Münchner Stadtbibliothek, Herrn Thomas und Frau Ackermann von den Lesefüchsen sowie den BR-Redakteurinnen Isabelle Auerbach und Silke Wolfrum.

 

Für das Projekt „Kalendertöne“ hatte die Klasse 3a aus mehreren gemeinsam gelesenen Büchern zwei (je eins für einen Sommer- und eins für einen Wintermonat) ausgewählt, weil sie davon besonders begeistert war: „Zackarina und der Sandwolf“ ist ein philosophisch angehauchtes, aber dennoch leichtfüßig und witzig erzähltes Buch der schwedischen Autorin Asa Lind, das von den Erlebnissen des Mädchens Zackarina mit ihrem echten (oder eingebildeten?) Freund, dem am Strand wohnenden Sandwolf, handelt. „Dirk und ich“ ist ein urkomisches, sehr lebendig geschriebenes Buch von Andreas Steinhöfel, dem Autor von „Rico, Oskar und die Tieferschatten“, bei dem ebenfalls Alltagserlebnisse rund um eine Familie aus der Sicht eines Kindes erzählt wird.

Schon beim ersten Treffen der Klasse 3a in der Stadtbibliothek Sendling zeigte sich, wie begeistert die Kinder dabei waren, die sich auf zwei Gruppen aufgeteilt hatten: Herr Thomas von den Lesefüchsen las den Kindern mit seiner großartigen Lesestimme Geschichten vom Sandwolf vor, in der anderen Gruppe lasen die Kinder dagegen selbst Geschichten aus „Dirk und ich“. Daraufhin wählten beiden Gruppen ihre jeweilige Lieblingsgeschichte, um die es im Weiteren jeweils gehen sollte. Es gewannen: „Das Spaghettimonster“ aus „Dirk und ich“ sowie „Zuhause beim Sandwolf“ aus „Zackarina“. Obwohl die Geschichten bereits bekannt waren, sorgten sie wieder aufs Neue für Lachsalven und große Freude.

Beim nächsten Treffen in der Schule, bei dem wieder dieselben Beteiligten mit dabei waren, wurden die Geschichten noch einmal gelesen. Frau Schäpers machte mit den Kindern erst einmal Lockerungs- und Sprechübungen sowie einige Spiele, die allen viel Spaß machten. Daraufhin wurden erste Ideen gesammelt, wie man die Geschichten vertonen könnte. Wir machten testweise nun auch schon einige Aufnahmen, die wir gleich anhörten und besprachen, um uns besser vorstellen zu können, wie sich das in etwa anhören könnte.

Parallel dazu hatten wir uns im Kunstunterricht ebenfalls etwas für den Kalender zum Projekt überlegt, das wir nun in die Tat umsetzten: Für das Kalenderblatt zu „Zuhause beim Sandwolf“ teilten wir ein Blatt in 21 Puzzleteile ein (für jedes Kind der Klasse), von denen jeweils eins durch ein Kind gestaltet wurde, sodass am Ende aus den zusammengesetzten Teilen der Strand vor Zackarinas Haus entstand. Für das das Kalenderblatt „Spaghettimonster“ schnitten und klebten wir dagegen eine wilde Wintercollage aus sehr vielen Zeitschriften-Schnipseln zusammen, die am Ende einen treffenden Eindruck der chaotischen Ereignisse rund um den aus dem Ruder laufenden Kindergeburtstag ergaben.

Bei einem weiteren Treffen in der Schule mit Frau Schäpers und Herrn Thomas hörten wir uns Beispiele von vertonten Texten an, die andere Schulklassen gemacht hatten. Nachdem wir wieder Sprech- und Lockerungsübungen mit Frau Schäpers gemacht hatten, ging  es jetzt langsam auf die Zielgerade: Aufgeteilt auf zwei Gruppen erstellten die Kinder mit Unterstützung der Erwachsenen konkrete Skripte mit verteilten Rollen und Regieanweisungen für die Hörspiele, die sie jeweils besprochen hatten: Bei „Zackarina“ war es eine lautmalerische Nacherzählung der Geschichte mit dem Sandwolf, beim „Spaghettimonster“ sollte ein fiktives Interview eines Journalisten zu den Ereignissen um den Kindergeburtstag erstellt werden. Untermalt sollten die Hörspiele jeweils mit passenden Geräuschen werden.

Für das letzte Treffen in der Schule vor den eigentlichen Aufnahmen im BR-Studio bekamen wir nun Verstärkung von den beiden Redakteurinnen des BR-Kinderfunks: Frau Auerbach übernahm gemeinsam mit Frau Schäpers und Frau Ackermann die Gruppe „Zackarina“. Frau Wolfrum arbeitete mit der Gruppe „Spaghettimonster“, wobei sie von Herrn Thomas und mir unterstützt wurde. Die vorbereiteten Hörspiel-Skripte wurden nun von den Redakteurinnen gemeinsam mit den Kindern professionell so umgestaltet, dass sie beim nächsten Mal im Studio von Länge und Inhalt her als echtes Hörspiel umsetzbar waren. Neue Ideen der begeistert mitwirkenden Kinder wurden jedoch immer noch mit eingearbeitet.

Nun war der große Tag gekommen: Wir durften in den Bayerischen Rundfunk kommen, um die Aufnahmen zu machen! Nach einigen Sprechübungen mit Frau Auerbach wurden wir wieder auf zwei Gruppen aufgeteilt. Frau Wolfrum, Herr Thomas und ich gingen mit der Gruppe „Spaghettimonster“, Frau Auerbach, Frau Schäpers und Frau Ackermann waren bei der Gruppe „Zackarina“. Als erstes bekamen wir eine interessante Führung durch das BR-Haus: Wir besichtigten die Büros des Kinderfunks im obersten Stockwerk und Frau Wolfrum zeigte uns, wie man mit dem Computer Hörspiele schneiden, zusammensetzten oder mit Musik und Geräuschen unterlegen kann. Dann schauten wir uns das riesige Ton- und Musikarchiv an. Gleichzeitig nahmen die Kinder schon vorab einige Geräusche auf, die im Hörspiel vorkommen sollten: Der eigens mitgebrachte Blumentopf wurde beispielsweise auf den Boden geworfen und eine Tür abgesperrt.

Doch jetzt wurde es wirklich ernst: Wir gingen ins Aufnahmestudio, wo wir gleich loslegen durften. Die nette Tonmeisterin mit dem riesigen Mischpult und den Bildschirmen gab den Kindern hinter der Scheibe letzte Anweisungen, dann ging das rote Licht an und die Aufnahmen begannen. Mit der tollen Unterstützung von Frau Wolfrum klappte es erstaunlich schnell und gut, obwohl manche Aufnahmen –  wie das eben so ist – mehrmals gemacht werden mussten, bis eine richtig gute dabei war. Alle waren mit höchster Konzentration und einer Riesenfreude mit dabei.

Wir sind natürlich sehr, sehr gespannt, was dabei herausgekommen ist und freuen uns auch auf die Aufnahme der Gruppe „Zackarina“, die bestimmt genauso toll geworden ist wie unsere! Und den Kalender mit unseren zwei Bildern darin würden wir auch gerne sehen. Vielen Dank, dass wir bei diesem tollen Projekt mitmachen durften!

 

Daniel Scholz (Klassenlehrer der 3a)

Aktivitäts Jahr: 
2015/2016