Geschichtenwettbewerb der Lesefüchse e.V.

Geschichtenwettbewerb und Ausflug zur Münchner Reiterstaffel der Polizei

Unsere Klassenlehrerin Frau Ederer meldete uns für einen Geschichtenwettbewerb an.  Dafür sollte jede teilnehmende Klasse in der Schule eine Krimigeschichte schreiben. Die Preisverleihung fand dann beim Lesefest der Lesefüchse e.V. im Deutschen Verkehrsmuseum statt. Bevor wir jedoch erfahren haben, welche Klasse gewonnen hat, durften wir viele spannende Geschichten in echten Zugwaggons und Bussen von ehrenamtlichen Vorlesern und Polizisten hören. Dann fand endlich die Preisverleihung statt. Dort stellte sich heraus, dass unsere Klasse mit der Geschichte „Diebstahl auf dem Campingplatz“ von Felix Müller den 1. Platz gewonnen hat und somit einen Ausflug zur Reiterstaffel der Polizei machen durfte. Wir konnten es gar nicht glauben und jubelten voller Freude. Der Tag bei der Reiterstaffel war sehr schön. Wir haben bei unserer Führung durch das Gelände sehr viele interessante Informationen über die Pferde erfahren, durften diese streicheln und bekamen am Ende sogar noch ein Hufeisen geschenkt.

Hier könnt ihr die Geschichte von Felix lesen:

Diebstahl auf dem Campingplatz

 

Tobias und sein bester Freund Oskar sind in den Sommerferien zusammen mit Oskars Eltern auf einen Zeltplatz in Frankreich gefahren. Gleich am ersten Tag erkundeten die beiden Freunde den Campingplatz. Neben dem Schwimmbad am Sportplatz sahen sie zwei Jungen, die das Volleyballnetz als Schaukel benutzten und dabei laut riefen: „Hier kommt Tarzan!“ „Hey! Die haben nicht mehr alle Tassen im Schrank!“, raunte Oskar Tobias zu. Am nächsten Tag gingen sie zwei Stunden ins Schwimmbad. Auf dem Rückweg zu ihrem Zelt entdeckten sie, dass das Volleyballnetzt nicht mehr da war. „Bestimmt waren es diese beiden Jungs von gestern. Die, die Tarzan gespielt haben“, sagte Tobias. Und Oskar vermutete: „Sicher ist es kaputt gegangen und sie haben es versteckt. Sie waren es bestimmt!“ In der Nacht schlichen sich die beiden Freunde heimlich aus dem Zelt, um am Sportplatz nach Spuren zu suchen. „Da sind Reifenspuren!“, fiel Oskar auf. „Sie führen direkt in das Palmenwäldchen“, sagte Tobias. Doch als die beiden Freunde das Palmenwäldchen betreten hatten, konnten sie niemanden sehen. Geknickt zogen sie sich zurück.

Am nächsten Tag machten sie mit Oskars Eltern einen Ausflug mit dem Zug nach Paris. Sie konnten sich überhaupt nicht auf die schöne Stadt konzentrieren, weil sie dauernd an das verschwundene Netz denken mussten. Am Eiffelturm trafen sie unerwartet die beiden Tarzan-Jungs. „Hey! Was macht ihr denn hier?“, fragte Tobias. Sie unterhielten sich kurz, bis einer der Tarzan-Jungs fragte: „Wisst ihr eigentlich, was mit dem Volleyballnetz vom Campingplatz passiert ist?“ „Die waren es also nicht“, dachte Oskar enttäuscht.

Zurück auf dem Campingplatz sahen sie die Putzfrau mit ihrem kleinen Putzmobil quer über den Zeltplatz fahren. Da kam ihnen die Idee, sie zu fragen, ob sie etwas gesehen hätte. „Nun ja, so ein kleiner dicker Mann in schwarzer Kleidung hat das Netz entfernt und ist dann mit dem Fahrrad weggefahren“, antwortete die Putzfrau. Tobias und Oskar liefen sofort zum Sportplatz. Tatsächlich waren die Reifenspuren, die sie auch schon gesehen hatten, immer noch da. Außerdem fanden sie einen kleinen schwarzen Stofffetzen, der sich an einer Schraube am Pfosten verfangen hatte. Weil sie bei Tageslicht besser sehen konnten als nachts, fanden sie nun auch die Spuren im Palmenwäldchen. Sie folgten ihnen bis zum Strand. Dort aber verloren sie sie wieder. Enttäuscht beschlossen sie, trotzdem am Strand zu bleiben. Sie gingen im Meer schwimmen, sonnten sich und sammelten Muscheln. Als sie sich abends auf den Rückweg zum Campingplatz machten, fiel ihnen ein Mann mit einem Ruderboot auf. Ein Fahrrad lehnte versteckt hinter dem Boot und am Ärmel der schwarzen Jacke, die am Lenker hing, war ein Riss. Der Mann holte gerade sein Netz und wollte  in sein Ruderboot steigen. Die Jungen waren verwirrt. Irgendwas war komisch. „Das ist kein Fischernetz! Das ist das Volleyballnetz!“, rief Oskar überrascht.

Sie rannten zu dem Mann und stellten ihn zur Rede: „ Woher haben sie dieses Netz? Auf dem Campingplatz dort um die Ecke wurde eins gestohlen. Das waren Sie!“

Der Mann schaute sie überrascht an und antwortete dann verlegen: „Ja, ich habe es genommen. Mein Fischernetz ist kaputt. Aber ich muss doch Fisch fangen und ihn verkaufen, damit ich meine Familie ernähren kann.“ Er guckte ganz traurig. Oskar und Tobias hatten Mitleid mit dem Mann und wollten ihm helfen. Sie versprachen: „ Wir reden mal mit dem Chef vom Campingplatz. Wenn der erfährt, warum Sie das getan haben, kann er vielleicht was machen.“

Zurück auf dem Campingplatz erzählten Oskar und Tobias dem Chef die ganze Geschichte vom verschwundenen Volleyballnetz. Als er alles gehört hatte, meinte er: „Das ist eine komische Geschichte. Aber wenn das alles stimmt, dann darf der Mann das Netz behalten, bis sein eigenes wieder ganz ist. Und ich kaufe ihm alle seine Fische für das Campingplatz-Restaurant ab!“

Glücklich liefen Tobias und Oskar zum Strand, um dem Netz-Dieb die Botschaft des Chefs mitzuteilen. Der Mann war überglücklich und strahlte über das ganze Gesicht. Zum Dank für ihre Hilfe nahm er die beiden Freunde in den nächsten Tagen ein paar Mal mit seinem Boot aufs Meer. Oskar und Tobias hatten noch viel Spaß im Urlaub und freuten sich schon darauf, ihren Freunden zu Hause die ganze Geschichte zu erzählen.

 

Aktivitäts Jahr: 
2015/2016